Die Geschichte des Rochari Hotels

Von Mary Holmquist
Übersetzung: Dieter Meyer

Das Land auf dem sich das Hotel befindet wurde in den frühen 60er Jahren wegen seiner günstigen Innenstadtlage und der Anbindung an die Hauptstraße von Panagiotis Kousathanas erworben. Zunächst diente das Grundstück als Lagerplatz für Baumaterial und als Sitz der Baufirma des Besitzers. Dies war zu der Zeit als in Mykonos Stadt begonnen wurde mehr Unterkünfte für die stetig anwachsende Zahl von Touristen zu schaffen. Panagiotis Kousathanas baute sodann auf dem Grundstück ein Wohnhaus und heiratete seine Frau Maria. Die Kinder des Ehepaars sind dort geboren und aufgewachsen. Hotels waren damals in der Stadt immer noch knapp und Maria begann deshalb einige Zimmer ihres Hauses an Touristen zu vermieten. Wegen der steigenden Nachfrage entschloss sich das Ehepaar 1974 auf dem Grundstück ein Hotel zu bauen, im Jahr 1976 konnten die ersten Gäste einziehen. Das Rochari Hotel war eines der ersten auf der Insel das eine Rezeption mit einem 24 Stunden Service anbieten konnte. Bald musste das Hotel erweitert werden aber auch die Familie Kousathanas wuchs. Manche der Hotelgäste aus der damaligen Zeit, die Stammgäste geworden sind, erinnern sich gerne an die heranwachsende Schar der Kinder. Inzwischen längst erwachsen sind alle vier in verschiedenen Positionen mit der Leitung des Hotels beschäftigt, mit ihrem Vater als Patriarch der Familie immer noch am Steuer des Unternehmens.

Er hat seine Kraft, Freude und Leid und vor Allem sein Herz in dieses Haus investiert. Bis vor wenigen Jahren hat Panagiotis Kousathanas nicht nur seine Gäste empfangen, unterhalten und mit dem Hotelbus vom Schiff oder Flugzeug abgeholt und zurückgebracht, sondern ganz nebenbei auch noch das Hotel ständig erweitert, renoviert, umgebaut und auf den neuesten Stand gebracht. Auch heute noch kümmert er sich um das Hotel, seine Landwirtschaft und das Landhaus in das die Familie 1989 eingezogen ist. Mit großer Hingabe hat Panagiotis Frau Maria bis vor kurzer Zeit die Rezeption geführt und sich um das Wohl ihrer Gäste gekümmert. Mit ehrlicher Herzlichkeit, großem Charme und griechischer Gastfreundschaft hat sie ihren Gästen das Gefühl vermittelt, Teil ihrer Familie zu sein. Auch heute noch findet man sie oft an der Rezeption, in der Küche oder in der Wäscherei und natürlich kümmert sie sich daneben auch um das Wohlergehen ihrer Familie, so wie griechische Mütter das eben tun. Wo auch immer Maria gebraucht wird, sie ist da.

Als die Kousathanas Kinder größer wurden haben sie eines nach dem anderen Mykonos verlassen um im Ausland zu studieren, ein Vorteil, der ihren Eltern verwehrt war. Panagiotis und Maria wollten ihren Kindern eine Ausbildung ermöglichen, die über die begrenzten in Mykonos zur Verfügung stehenden Möglichkeiten hinausging um damit ihren Horizont zu erweitern und das Tor zur Welt zu öffnen. Stavroula, die jüngste Tochter führt inzwischen das Hotel und kümmert sich um die Reservierungen. Sie ist verheiratet und hat eine eigene Familie. Thanos, der älteste Sohn ist ebenfalls verheiratet und in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Sein Zuständigkeitsbereich umfasst die Finanzen und den Unterhalt des Hotels. Daneben ist er wie schon sein Vater im Baugeschäft tätig. Die älteste Tochter Marsoula hilft ihrer Mutter wenn immer nötig in allen Familien- und Hotel Angelegenheiten, kümmert sich um ihre Kinder und führt mit ihrem Mann einen Motorradverleih. Konstantinos, der jüngste Spross der Familie hat gerade seinen Militärdienst beendet und bringt seine Kenntnisse als Computer Fachmann in die die tägliche Arbeit im Hotel ein, hilft dem Vater in der Landwirtschaft und springt ein wo immer es nötig ist. Seit ihrer Kindheit und bis zum heutigen Tag helfen alle Kinder mit, wo ihre Hilfe benötigt wird, also ein "Familienbetrieb" im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Name des Hotels ist identisch mit dem Namen des Stadtviertels Rochari und stammt von dem im Sommer trockenen Bachbett an der Rückseite des Hotels, das sich im Winter schnell in einen reißenden Bach verwandeln kann.

Der Tourismus auf Mykonos hat sich in den letzten Jahren verändert, das Hotel wurde den heutigen Bedürfnissen angepasst. Geblieben ist die liebenswürdige Gastfreundschaft der Eigentümer, die ihren Gästen das Gefühl vermitteln, Teil der Rochari Familie zu sein.

11/2009

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